Folge 16 - Feministisch Streiten 2:
Katrin Rönicke über Liebe und Twitterkriege
Auch mit den besten Absichten können die eigenen Worte Empörung auslösen: Denn wenn ich aus Unwissen transfeindliche oder rassistische Dinge sage, dann war das zwar nicht geplant - mit den Konsequenzen muss ich trotzdem klarkommen. Ich muss mir eingestehen, dass ich nicht alles weiß, mich bereit zum Lernen machen und vielleicht auch ein bisschen hoffen, dass ich es mit wohlwollenden Kritiker:innen zu tun habe. Denn gerade im Netz lässt sich sowas auf die harte Tour lernen: Die sogenannte Cancel Culture ist in aller Munde und hier und da betreffen die Shitstorms Aktivist:innen wie ContraPoints, bei denen es schwer fällt zu glauben, dass sie so etwas verdient hätten.
In dieser Folge spreche ich mit Katrin Rönicke darüber, wie sie mit so manchem Twitterkrieg umgegangen ist, was mit J.K. Rowling los sein könnte und warum sich Streiten trotzdem lohnt.
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Shownotes zur Podcastfolge:
Männerwelten-Video auf ProSieben
More in Common Studie "Die andere Teilung"
EMMA-Artikel zum "Unterwanderungsversuch bei Terre des Femmes"
Lila Podcastfolge über Männerwelten 2.0 - die Dauerausstellung geht weiter
Katrin Rönicke
https://www.instagram.com/kaddaroenicke/?hl=de
Natalie Wynn alias ContraPoints über Canceling (Youtube)
Feuer & Brot Podcastfolge über Cancel Culture
13 Fragen: Ist Cancel Culture eine Gefahr für die Meinungsfreiheit? (Youtube)
ZEIT-Artikel: Warum bekämpfen wir Linken uns so oft gegenseitig? (Paywall)
Missy-Artikel: Was ist denn SWERF und TERF?
JK Rowlings Essay: Her reasons for speaking out on sex and gender issues
Jammi Dodger: Responding to JK Rowlings Essay | Is It Anti Trans? (Youtube)
ContraPoints: JK Rowling (Youtube)
And Pasley: Unpacking TERF Logic (PDF)
Studie: Trans-Diskriminierung macht öffentliche Toiletten nicht sicherer
Feminismus mit Vorsatz Podcastfolge über Intersektionalität
Credits:
1000Dank an Katrin Rönicke, alle Zitat-Einleser:innen und mein Unterstützungsteam: Daniela, Sasha, Liska, Johanna und Hannes!
Coverdesign: Svenja Limke
Titelmusik: Louis Schwadron
Zusammenfassung
Bitte beachte: Die Zusammenfassung wurde mit Hilfe von KI bei Goodtape erstellt.
Projektionen und Realitäten im Feminismus
Die Moderatorin Laura diskutiert im zweiten Teil der Trilogie "Feministisch Streiten" 00:28 über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse im Zusammenhang mit dem Feminismus. Sie thematisiert die Komplexität innerhalb der feministischen Bewegung und wie unterschiedliche Perspektiven und Meinungen zu Konflikten führen können 00:49.
Innerfeministische Konflikte
Laura erörtert die Geschichte von Terre des Femmes, einer Frauenrechtsorganisation, die sich für die Rechte von Frauen einsetzt, aber auch für Kontroversen sorgte, insbesondere in Bezug auf die Themen Gendersensible Sprache und Kopftuchverbot für Minderjährige 01:56. Die Organisation entschied sich gegen gendersensible Sprache und für ein Kopftuchverbot, was zu einer Kontroverse innerhalb der feministischen Bewegung führte 02:19.
Kritik und Selbstreflexion
Laura diskutiert auch die Kritik an Terres des Femme, insbesondere von jüngeren Frauen, die sich von den Positionen der Organisation distanzieren 02:46. Sie betont die Wichtigkeit von demokratischen Prozessen und der Möglichkeit, innerhalb von Organisationen und Parteien unterschiedliche Meinungen zu vertreten 02:57.
Transfeindlichkeit und Feminismus
Ein weiteres Thema ist die Transfeindlichkeit innerhalb der feministischen Bewegung 08:37. Laura diskutiert die Positionen von Terre des Femmes zu Transgender-Themen und kritisiert die Organisation für ihre ablehnende Haltung gegenüber trans Frauen 09:29. Sie betont die Wichtigkeit von Inklusivität und Respekt für alle Menschen, unabhängig von ihrer Geschlechtsidentität 10:23.
Cancel Culture und Meinungsfreiheit
Laura thematisiert auch die Cancel Culture und die Frage, ob sie eine Bedrohung für die Meinungsfreiheit darstellt 15:02. Sie argumentiert, dass Meinungsfreiheit nicht bedeutet, dass man keine Kritik erhält, sondern dass man die Freiheit hat, seine Meinung zu äußern und dass andere die Freiheit haben, diese Meinung zu kritisieren 15:54.
Persönliche Erfahrungen und Lernprozesse
Laura teilt ihre persönlichen Erfahrungen mit Kritik und Ablehnung 13:15 und betont die Wichtigkeit von Selbstreflexion und Lernprozessen 12:27. Sie diskutiert auch die Herausforderungen, die mit der Moderation eines Podcasts verbunden sind, insbesondere wenn es um sensible Themen geht 20:58.
Fazit und Ausblick
Insgesamt bietet der Podcast eine tiefere Einsicht in die Komplexität der feministischen Bewegung und die Herausforderungen, die mit der Förderung von Gleichberechtigung und Inklusivität verbunden sind 32:06. Der nächste Teil der Trilogie wird sich mit Intersektionalität und weißen Feminismus befassen 32:56.
Transkript
Die Folge als Text!
Bitte beachte: Das Transkript wurde automatisch mit Goodtape erstellt und ist nicht perfekt.
[00:05] Das ist Feminismus mit Vorsatz, der Podcast rund ums F-Wort mit mir, Laura. [00:28] Und du bist hier gelandet im zweiten Teil der Triologie zu Feministisch Streiten.dieser podcast ist nach wie vor auf deine spende und unterstützung angewiesen also schau mal bei steady oder paypal vorbei schmeiß auf apple podcast mit stern um dich folge mir auf instagram und erzähle einfach allen von dieser feministischen reise die auch teil davon sein sollten [00:49] im ersten teil von feministisch streiten habe ich begonnen zu hinterfragen was von den dingen die ich anfangs somit feminismus verbunden habe übrig geblieben ist ja also alice schwarzer und feminismus sind für mich nun keine synonyme mehr und auch die frauenrechtsorganisation der defam der newsletter ich recht früh abonniert hatte vertritt nur das weiß ich jetzt eine lesart des feminismus tatsächlich beobachte ich in meiner [01:13] bibel regelmäßig wie der defam auseinandergenommen werden einmal verwendete ein anderer feministischer podcast irgendwelche statistiken der organisation und erlebt da ein schutz Shitstorm in den Kommentaren. Und das Männerweltenvideo mit Sophie Passmann auf ProSieben bekam auch sein Fett weg, weil Terre de Femme involviert war und den letzten Ausstellungsraum ausgestattet hatte. [01:35] Im Mainstream dagegen merke ich davon wenig. Terre de Femme wird zitiert und eingeladen, vielleicht weil es eine große Frauenrechtsorganisation ist, vielleicht weil sie an zweiter Stelle kommt, wenn Mensch Frauenrechte googelt. [01:56] Anscheinend ist die Organisation ein ziemlich gutes Beispiel für innerfeministisches Streiten. Interessant fand ich dazu eine Geschichte von 2017. Terre de Femme entschied sich in der Vollversammlung per Abstimmung gegen gendersensible Sprache, sie benutzen nur das große Binnen-I und kein Sternchen oder so, und für das Kopftuchverbot für Minderjährige. [02:19] Darauf folgte die Kampagne den Kopf frei haben. Einen Monat nach der Versammlung veröffentlichten 33 Mitfrauen, so nennen sich die Vereinsmitglieder, einen offenen Brief, in dem sie sich von den gewählten Standpunkten der Organisation distanzierten. Im Missy-Magazin wurde dazu ein Interview mit einer der Unterzeichnerinnen Eva Ritte veröffentlicht. Dort wird sie gefragt, warum sie, wenn sie so gegen die Linie von Terre de Femmes ist, [02:46] dann nicht austritt und ihr eigenes Ding macht. Und ich muss schon sagen, ihre Antwort lässt mich aufhorchen, weil es einen klaren Vorteil von demokratisch organisierten Institutionen und Parteien aufzeigt. Speaker B [02:57] Sie sagt, wenn ein Parteimitglied mal nicht mit einer Entscheidung seiner oder ihrer Partei übereinkommt, dann tritt er oder sie in der Regel auch nicht sofort aus. Speaker A [03:05] Denn obwohl wir in einer Demokratie leben, habe ich außer beim Wählen bisher kaum an demokratischen Prozessen teilgenommen. Ich durfte bisher weder meinen Chef oder meine Chefin wählen, noch bestimmen, wer im Unterricht vor der Tafel steht. Wenn ich merke, dass Leute um mich ganz andere Ansichten haben, gehe ich eher auf Abstand und arbeite nicht extra mit ihnen zusammen. Aber erinnerst du dich, wie Katrin Rönig im ersten Teil [03:30] von ihrer Zeit in der grünen Jugend berichtete? Speaker B [03:32] Also Sexarbeit, bestes Beispiel. Und wir haben darüber diskutiert, wir haben darüber miteinander gestritten, richtig stark auch, also wirklich auch bis in die Abende hinein, noch beim Bier. Und dann gibt es aber, und das finde ich ganz gut in so Parteien und in so politischen Organisationen, dann gibt es halt irgendwann eine Debatte nochmal und es gibt Pro und Kontras und dann wird abgestimmt. Und dann hat irgendeine [03:54] Position halt in Anführungszeichen gewonnen. Und es war damals auch die Position für die Legalisierung und dann ist das halt die Position der grünen Jugend. Das heißt, zurückgehend auf damals ist heute die Position der grünen Jugend immer noch sexarbeiterinnenfreundlich und so weiter und so fort. Speaker A [04:12] Es gibt so eine Studie von More and Common, wo die deutsche Bevölkerung so in sechs Typen eingeteilt wird, also politische Typen. Ich weiß nicht, ob du die kennst, also zum Beispiel sind da die Offenen mit dabei, zu denen ich mich auch zählen würde. Also man kann dann auch so einen tollen Test machen, wie so ein Persönlichkeitstest, so nach dem Motto, okay, dann ist man halt die Offene. [04:51] versuchen durch die welt zu gehen und aber eben auch sehr individuell sind also die würden halt niemals jetzt einfach eine partei eintreten und auch so lockere bündnisse ja mal gucken weil naja man findet ja doch immer sehr schnell unterschiede auch und ob man dann wirklich so gut zusammenpasst weiß man nicht und so weiter und von den studienmacher innen hatte ich dann eben gehört dass die auch so meint naja die offenen also es werden wahrscheinlich auch nicht [05:13] die sein die die revolution anzetteln und dann habe ich mich halt so richtig erwischt gefühlt irgendwie weil ich halt so dachte was ist ich meine ich tue und macht doch hier und jetzt wie jetzt wir können es die revolution nicht kriegen also ja wahrscheinlich ja wirklich so ego und so echter so ein knackpunkt auch sind, ne? Ja, Speaker B [05:39] vielleicht Ego. Ich weiß nicht, ob es Ego ist. Ich glaube, es ist die Bereitschaft für Kompromiss auch. Also das ist halt jetzt, was in Politik das Anstrengende ist, dass man ganz viele Kröten schlucken muss und sich ganz viele Dinge gefallen lassen muss und mitmachen muss, damit es überhaupt ein bisschen vorangeht, die man eigentlich nicht so hundertprozentig gut findet. Also es geht halt nie um hundertprozentig, sondern weil Gesellschaft etwas ist, was [06:01] extrem vielfältig ist und wo es einfach unendlich viele verschiedene Perspektiven auf die gleiche Sache gibt und ganz viele Ideen, wie man es besser machen kann. Es ist halt ein Ringen um die bessere Position oder ein Ringen um den größeren Zuspruch und das ist schwierig. Das halten viele Leute schwer und nur schwer aus, dass das erstens langsam geht und zweitens nicht so, wie man es selber für richtig befunden hätte und so weiter. [06:28] Und ich verstehe das auch, dass man dann ganz schnell sagt, also das ist nicht hundertprozentig das, was ich finde, so wie ich gewonnen habe. Also ich bin auch in keiner Partei mehr, aber das hat eher damit zu tun, dass ich gesagt habe, ich bin Journalistin und ich finde es nicht richtig, wenn Journalisten Parteibücher haben. Ich finde es auch nicht dramatisch, aber ich finde es eigentlich nicht richtig, weil es ist dann halt, man sollte schon mehr Distanz zu dem haben, worüber man berichtet zum Beispiel. Und tatsächlich, seit ich nicht mehr bei den Grünen bin, bin ich sehr viel grünkritischer geworden. Speaker A [07:02] Wir wollen doch nur, dass die Leute mehr mit dem Rad fahren und weniger rauchen. Wir sagen zu wollen, die Dringlichkeit, Banden zu bilden, bestätigt sich immer wieder. [07:25] Schwierig wird's, wenn dann die 33 Mitfrauen, die wollen, dass Minderjährige selbst entscheiden können, wann und wo sie ein Kopftuch tragen, dann in der Emma auseinandergenommen werden. Dort ist nämlich zu lesen, Von den 33 arbeiten überhaupt nur zwei für Terre de Femme, 10 weitere sind ehemalige Mitarbeiterinnen. Hinzu kommen 10 Ex-Praktikantinnen, die den offenen Brief unterzeichnet haben. [07:47] Netschler-Kellig aus dem Terre de Femme-Vorstand ergänzt, Das sind junge Frauen, die gerade erst von der Uni kommen, ein paar Wochen bei uns sind und mir dann erzählen, dass ich, eine Deutsch-Türkin aus der muslimischen Community, mit meiner Islamkritik rechte Positionen einnehme. Sie nennen das Ganze unter Wanderungsversuch, während Eva ritte in der missie betont dass sie besonders darauf geachtet [08:09] hätten sachlich zu bleiben und begriffe wie spaltung und unterwanderung zu vermeiden einfach weil es wichtig ist dass es einen diskurs gibt wenn er konstruktiv ist das heißt für mich wie so oft besser zuhören und raus aus dem schwarz weiß ding andererseits merke ich schon dass positionen die zum beispiel von ter de femme vertreten werden so ein stein gemeißelt wirken. Es mag verschiedene Meinungen innerhalb der Organisation geben, [08:37] aber am Ende eilt ihnen ja irgendwo der Ruf ihrer Forderungen voraus. Das betrifft nämlich auch Transgender-Themen. Beim Lila-Podcast habe ich mit Lena Sindermann in der Männerwelten 2.0-Folge im Dezember 2020 schon darüber gesprochen, dass ProSieben bei ihrem Männerwelten-Video so für die Zusammenarbeit mit Herdefam kritisiert wurde. Speaker C [08:59] Zum Beispiel hat die Organisation ein Positionspapier rausgebracht, in dem steht, dass insbesondere Mädchen vor einer Transition geschützt werden müssten, wenn es um hormonelle und körperliche Eingriffe geht. Weil es ja sozusagen klar ist, dass Jungs eben durch patriarchale Strukturen Vorteile in der Gesellschaft haben. Und dass Mädchen dann den Wunsch hätten, ein Junge zu werden, wäre eben auf patriarchale Ursachen zurückzuführen. [09:29] Und ja, das zeigt halt so ein bisschen, dass sie Transsexualität eben als eine Frage von Willen oder von Lust und Laune irgendwie beurteilen. Und das zeigt halt schon mal, wie sie sich mit dem Thema auseinandersetzen. Und dann stehen in dem Positionspapier eben auch so Aussagen drin, wie dass Frauenhäuser vor Transfrauen geschützt werden müssten und so weiter. [09:57] Eine der Vorstandsvorsitzenden von Terre de Femmes hat außerdem auf ihrem Facebook-Account einen Post rausgehauen, in dem sie Transpersonen als Einwanderer in das jeweilige biologische Geschlecht beschrieben hat. Und das zeigt halt einfach, was für ein Menschen- und Frauenbild hinter der Organisation steckt. Deswegen finde ich es ziemlich unglücklich, dass die Redaktion hier mit Terre des Femmes zusammengearbeitet hat, weil es halt auch einfach zig andere feministische Organisationen gegeben hätte, [10:23] die zu sexualisierter Gewalt seit Jahren arbeiten und die mit Sicherheit auch gute Kooperationspartner gewesen wären. Speaker A [10:30] Klar ist, Transfeindlichkeit existiert und sie existiert auch unter Menschen, die sich FeministInnen nennen. Das ganze Thema ist super komplex und beschäftigt mich sehr. Allein die Frage, wo Transfeindlichkeit losgeht. Auch ich habe schon erfahren, dass Leute meine Sprache als sowas bezeichnet, weil ich Speaker B [11:08] 2015, also vor fünf Jahren, noch nicht so transinklusiv gesprochen habe, wie ich mich heute bemühe, das zu tun. Ich drücke etwas nicht auf eine transinklusive Art und Weise aus, weil ich es einfach auch nicht gewohnt bin und auch nicht gelernt habe und werde dafür sofort als TERF abgestempelt und bin in dieser Schublade und mit mir braucht man gar nicht [11:32] reden und so weiter und so fort. Und das finde ich auch ungünstig, weil ich denke, man könnte ja in einem gesamtgesellschaftlichen Diskurs oder in einem politischen Diskurs, einem öffentlichen Diskurs versuchen, diese Dinge auszuhandeln. Und das ist, glaube ich, in den letzten fünf Jahren tatsächlich sehr erfolgreich auch bei mir passiert, sodass ich inzwischen auch weiß, ah ja, okay, es ist durchaus gut, darauf zu achten und darauf Rücksicht zu nehmen und so weiter. Ich habe das gelernt und ich versuche das auch anderen weiterzugeben und ich [12:00] sehe das alles, also ich sehe vor allem auch Feminismus als einen großen gemeinsamen Lernprozess an. Ich glaube halt an zwei Dinge und das ist so einerseits die Liebe, ja schön, herrlich, okay, das ist sehr privat und dann aber glaube ich, dass es so etwas wie eine unbestimmte Bildsamkeit des Menschen gibt. Das ist jetzt, weil ich Erziehungswissenschaften studiert habe, so ein Begriff, den ich in meinem ersten Jahr Pädagogik quasi gelernt habe und der so ein bisschen sagt, naja, Menschen sind nicht fertig. [12:27] Die kommen auch nicht fertig auf die Welt und es ist auch nicht vorhergesagt, wer sie sind und wer sie werden. Und ich glaube auch, das gilt ein Leben lang. Die Frage ist, und das ist so etwas, was ich auch gelernt habe in den letzten Jahren, Feminismus, ist das immer die Aufgabe, die man selber macht? Also muss ich immer dafür sorgen, dass die gesamtgesellschaftliche Entwicklung weiter nach vorne geht? [12:49] Muss ich wirklich mit jeder einzelnen Person bestimmte Dinge ausdiskutieren? Oder bin ich nach einem Jahr komplett verbraucht und ausgebrannt, wenn ich das mache? Also es ist so ein bisschen dieses Pick your battles. Welcher Kampf lohnt sich wirklich und welcher nicht? Speaker A [13:03] Wenn du damals so hart kritisiert wurdest, beeinflusst dich das in deiner Arbeit oder kannst du das einigermaßen beiseite stellen? Speaker B [13:15] Also ich habe lange gebraucht, einen Umgang damit zu finden, ganz ehrlich. Also viele Jahre gebraucht, einen Umgang damit zu finden. Ein Kurzschluss war auch, mich von Twitter abzumelden für zwei Jahre und wirklich damit nichts mehr zu tun zu haben, weil ich die Art und Weise, wie da diskutiert wurde, ganz furchtbar fand. Und eben, weil ich auch im Feuer stand, sehr lange und das Gefühl hatte, ich kann jetzt gar nichts mehr tun. [13:38] Es gibt ein sehr schönes Video von Natalie Wynn. Ich weiß nicht, ob du die kennst. ContraPoints ist ihr YouTube-Kanal. Und sie ist eine Transfrau und sie macht ganz viel so philosophisch-politische Aufklärungsarbeit, würde ich das nennen, aber mit so einer ganz interessanten Art der Performance immer dazu, sodass es auch unterhaltsam und sehr witzig ist. Und die zum Beispiel ist auch hart in den Fokus von Transmenschen gekommen. Also sie soll eigentlich gecancelt werden hat auch ein [14:09] video gemacht über cancel culture und wie das tatsächlich so laufen kann das aus einem kleinen tweet oder ein missverständnis oder eine falsche einordnung von irgendwas auf einmal da steht ja nee also natalie win ist trans feindlich so die ist trans frau aber sie ist trans feindlich natalie Speaker A [14:30] win veröffentlicht auf ihrem youtube kanalanal ContraPoints Video-Essays, die rechte Argumentationen auseinandernehmen. Das Ganze ist aber kein Flipchart-Seminar, sondern eine opulente Aufmachung mit allerlei Schnickschnack für den absoluten Augenschmaus. Und ich finde, man merkt sofort, wie tiefgründig sie recherchiert, sei es zu Charme, Schönheit oder eben Handsome Culture. [15:02] Oh hey, Quarge. Das Wort Cancel machte ursprünglich auf Twitter Karriere, wo nach R. Kellys sexuellen Übergriffen auf Minderjährige Cancel R. Kelly gefordert wurde. Das bedeutet dann, dass nicht mehr mit ihm zusammengearbeitet werden soll, dass er sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen soll, sowas. Canceln ist also erstmal eine Waffe, mit der Menschen bestraft werden können, die eigentlich unantastbar scheinen, weil sie so reich [15:29] und so mächtig sind. Cancel Culture als Bezeichnung kommt jedoch eher aus den rechten und konservativen Lagern. Dort heißt es dann, wir würden in einer Cancel Culture leben, in der die Meinungsfreiheit bedroht ist. So nach dem, man wird ja wohl noch sagen dürfen Motto, regen sich da Leute auf, die womöglich hier und da auch diskriminierungsfreie Sprache mit Maulkörben verwechseln. Dem entgegensteht, dass Meinungsfreiheit [15:54] zwar bedeutet, frei seine Meinung äußern zu dürfen, es bedeutet aber eben auch, dass es zu dieser freien Meinung auch wieder freie Meinungen geben darf. In Form von Kritik. Wenn ich mich also in der Öffentlichkeit äußere, vielleicht sogar gemeine Wörter benutze, dann darf ich das zwar, aber dann muss ich halt auch damit rechnen, dass das, was ich gesagt habe, sowohl negativ als auch positiv kritisiert werden kann. Willkommen in einer Demokratie. [16:28] Ich persönlich finde es ziemlich gut, wenn Menschen erst denken und dann sprechen. Ich sehe aber auch die sperrigen Auswüchse. So folgt dieser Podcast einem klaren Skript. Hier ist nichts zufällig. Auch nicht dieser Satz. Nun gibt es also Fälle wie R. Kelly, der mittlerweile verurteilt hinter Gittern sitzt. Dann gibt es rechtspopulistische Idiotinnen, die um jeden als transfeindlich bezeichnen. [17:15] Moment, was meinte Kada nochmal? Speaker B [17:17] Da steht ja, nee, also Natalie Wynn ist transfeindlich. Speaker A [17:20] Ja, so schnell kann's gehen. Gerade noch hast du mit jemandem zusammengearbeitet, der bereits mit Aussagen aufgefallen war, die manche als transfeindlich bezeichnen würden. Schon bist du transfeindlich. Ja, nochmal langsam. Zunächst zu der Person, mit der Natalie Wynn zusammengearbeitet hat. Bug Angel ist ein transsexueller Pornodarsteller, der immer wieder betont, dass er eben nicht transgender, sondern transsexuell ist. Einige Menschen [17:48] werten das als transgenderfeindlich. Das ist auch nicht ausgeschlossen, denn es gibt transsexuelle Menschen, die zwischen echten und unechten Transmenschen unterscheiden. Für sie sind nur die echt, die körperlich alles angeglichen haben, was geht. Für sie sind Non-Binary-Menschen oder Transmenschen, [18:10] die ihre Transition nur zu einem bestimmten Grad durchführen, eher einem Trend verfallen. Vielleicht denkt Buck Angel so. Vielleicht aber auch nicht. Er hat es so nie gesagt. Aber Verkürzung macht das Schwarz-Weiß-Denken wieder möglich. Und eine Prise Essentialismus. Das bedeutet, dass eine Tat zur Eigenschaft einer Person gemacht wird. Von Buck Angel äußerte sich transfeindlich wird, Buck Angel ist transfeindlich. [18:41] Eines schönen Videos kam es dann dazu, dass Buck Angel etwas für Natalie Wynn einsprach. Einen kleinen Satz. Und das war das ganze Drama. Das machte Natalie zur Transfeindin. Schließlich hatte sie Buck Angel eine Plattform gegeben. Damit trifft sie die sogenannte Kontaktschuld.nach außen wirkt es also so als würde sie sich hinter back angel stellen als würde sie bei all seinen aussagen gefällt mir klicken klar vielleicht [19:10] waren sie auch einfach nur die stimme von back angel passend aber ganz ehrlich viel naheliegender ist doch dass die trans frau natalie win die wahnsinnig aufwendige videos macht um rechts populistische demokratiefeindinnen auseinanderzunehmen in in Wirklichkeit ansfeindlich ist. Falls dich das Thema Cancel Culture genauer interessiert, empfehle ich dir die passende Podcast-Folge von Feuer und Brot [19:47] und das YouTube-Video 13 Fragen zu Ist Cancel Culture eine Gefahr für die Meinungsfreiheit? Da ist unter anderem auch Gizem Adiyaman der Homies zu sehen. Sie hat zum einen schon selbst gecancelt, indem sie die Kampagne R. Kelly stummschalten mitorganisierte, war aber auch schon Betroffene dieser sogenannten Kontaktschuld. Auch in ihrem Fall kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, wie sie so [20:11] undifferenziert unter Beschuss genommen werden konnte. Für mich ist es offensichtlich, dass sie mit ihrer Arbeit Gutes will. Und mir tat es schon ziemlich weh zu sehen, wie sie diesen Vorfall anscheinend bis heute aufarbeiten muss. Ich bin nicht ein Mensch, der das nicht einsehen kann oder so, wenn er Fehler macht. Und ich finde, man kann mit mir eigentlich immer ganz gut reden. Und da fand ich auf jeden Fall sehr schade, dass gerade die Menschen, also so wie ich zum Beispiel, [20:34] die sich Mühe geben, auch Dinge anders zu machen, auch Dinge besser zu machen, dann mit denen besonders hart ins Gericht gegangen wird. Und dann eben, ja, also ich fühle mich auf jeden Fall sehr so, als würde es keinen Unterschied mehr machen eigentlich, ob ich was dazu lerne und ob ich diesen Fehler sozusagen bereue und ob ich irgendwie in Zukunft anders handeln würde oder nicht. Weil irgendwie ist man so irreversibel raus bei ganz vielen Menschen. [20:58] Die ganze Geschichte gibt es dann im Video. Da sind wir wieder bei Kada. Speaker B [21:02] So ein Stickman, das kriegst du einfach erst mal eine ganze Weile nicht weg. Und es dauert wirklich auch Jahre, das loszuwerden. Also teilweise treffe ich heute auf Twitter noch, auf Kanäle oder auf Menschen, auf Userinnen und User, da klicke ich drauf und merke, ah, ich bin blockiert. Okay, gut, ist wahrscheinlich noch von damals. Das ist dann halt so. Und da muss man auch ein bisschen lernen, mitzuleben. Also auch zu sagen, okay, gut, in deren Welt finde ich nicht statt, aber was soll's? Mein Gott. [21:28] Also ein Stück Eitelkeit muss man loswerden, weil es natürlich an eigenen Ego kratzt, wenn jemand sagt, nee, du bist scheiße und sich nicht vom Gegenteil überzeugen lässt, dass du nicht scheiße bist, sondern du musst damit leben, Leute denken, du bist scheiße. Das zweite ist, dass ich auch aufgehört habe, auf bestimmte Formen der Kritik groß zu hören. Wie ich vorhin schon sagte bei dem Beispiel Sexarbeit, [21:52] da weiß ich schon, ja, nee, das kommt dann und dann wird gesagt, das ist einseitig. Das gleiche gilt übrigens auch für Pornografie. Ja, viel zu einseitig alles. Die werden alle ausgebeutet, die Frauen in diesen Berufen. Und so ist es natürlich nicht. Und das weiß ich auch. Und das ist einfach für mich so eine Grundlage, wo ich machen und zu sagen, nee, es ist okay. Ich bin mir ganz sicher, dass meine Position, wie ich sie jetzt hier vertrete, ich habe die sehr oft abgesichert und da lasse ich es jetzt bei. Sie ist sicherlich nicht perfekt, die Position, aber sie ist okay. Und das Dritte ist, ich habe da eine Sendung gemacht über Transmenschen, über was weiß man eigentlich darüber, mit Transmenschen auch gesprochen, versucht zusammenzufassen, was wissenschaftlich so [22:51] der Stand der Dinge ist. Natürlich bin ich in einige Fettnäpfchen trotzdem reingelatscht, weil es sehr schwierig ist, als Cis-Mensch über sowas zu reden. Bestimmte Erfahrungen hat man einfach nicht und kann deswegen nicht perfekt darüber reden. Das ist total klar. Ich wollte aber meine Plattform, die ich nun mal habe, dafür nutzen, das, was ich gelernt habe, auch an andere weiterzugeben. ganz schlimmer Rant über diese Sendung. Und es könnte ja nur Scheiße [23:19] dabei rauskommen, wenn cis Menschen versuchen würden, über das Thema zu sprechen. Also ich hätte auch in den Wutmodus und in den Ablehnungsmodus gehen können, aber ich habe gedacht, nee, ja, diese Person ist im Wutmodus und ich verstehe das bei trans Menschen auch total, wenn man die ganze Zeit einfach behandelt wird, als sei man nicht existent oder als sei man irgendwie psychisch krank oder was weiß ich. Also wenn man einfach diskriminiert wird von dieser [23:42] Gesellschaft für seine schiere Existenz, dann wird man halt wütend und dann reagiert man natürlich auch vielleicht entsprechend auf, ja, so Sachen wie meine Sendung. In dem Moment, wo ich aber den Schritt auf die Person zugemacht habe und die Hand ausgestreckt und gesagt habe, hey, komm, ich fände es total toll, wenn du mir dabei helfen würdest, das besser zu machen, was im Grunde auch schon, die andere Person muss das nicht machen. Das kostet sie Zeit, das kostet sie Energie und so weiter und so fort. [24:09] Aber die Person hat Gott sei Dank gesagt, gesagt okay ich höre es mir noch mal an und versuche anmerkungen dazu zu geben und hat dann auch wirklich sehr ausführlich mit times dams und so weiter kommentare dazu gegeben so dass es mir möglich war die sendung besser zu machen und so was ist was also ist sozusagen der modus in dem ich versuche zu sein zu sagen ich habe auch einfach eine verantwortung weil ich halt eine plattform habe die sehr weit rezipiert wird [24:35] und ich versuche dieser verantwort Verantwortung auch gerecht zu werden und springe dann auch über mein Ego noch mal drüber, dass natürlich gerne hätte das so wie ich es gemacht habe, war es eigentlich schon super und das soll man jetzt nicht alle sich so anstellen, sondern nee im Moment, okay es geht noch besser. Und das ist so eine Mischung, ja ich glaube das ist wahrscheinlich sehr viel einfach Erfahrung zu wissen, wann höre ich gar nicht erst hin und [24:56] wann strecke ich sogar noch, obwohl ich gerade sozusagen bespuckt wurde, verbal, trotzdem noch die Hand aus dem Sack, komm, wir können es ja vielleicht besser machen. Speaker A [25:07] Insofern, eine transfeindliche Aussage macht mich nicht zur Transfeindin. Es könnte sein, dass ich es einfach nicht besser wusste. Mehrere transfeindliche Aussagen dagegen sprechen dann höchstwahrscheinlich eben doch für sich. Und wenn das dann alles auch noch unter der Verpackung Feminismus stattfindet, möchte ich warnen. Nicht überall, wo Feminismus draufsteht, ist auch Feminismus drin. [25:37] Ist ein bisschen wie Zucker und Salz verwechseln. Du stellst dich auf die Süße ein, auf das warme, solidarische Gefühl deiner Bande. Doch da ist keine Süße zu schmecken. Deine Zunge zieht sich schmerzverzerrt zusammen. Dein Gehirn versucht noch kurz, die Gegensätze zu vereinen. Aber nein, es geht nicht. Salz ist Salz und kein Zuckerschlecken. So ungefähr geht es mir, wenn ich versuche zusammenzubringen, dass sich trans Person ausschließende Leute trotzdem FeministInnen nennen und sich J.K. Rowling als Verbündasons for Speaking Out on Sex and Gender Issues, reingezogen und dann noch ein YouTube-Video von Jemmy Dodger gesehen. [26:31] Der nimmt den Essay im kleinsten Detail auseinander. Das englischsprachige Video geht eine Stunde und ich musste es auf verringerter Geschwindigkeit schauen, weil ich es sonst gar nicht mehr verstanden hätte. Und zurückgeblieben ist Verwirrung. Übrigens hat ContraPoints mittlerweile auch ein Video über J.K. Rowling gemacht gemacht was ich dir sehr ans herz legen möchte nun grundlage der törfs also dieser trans ausschließenden radikalen feministinnen ist [26:58] trans frauen nicht als richtige frauen zu akzeptieren für sie sind trans frauen immer noch männer deshalb dürfen trans frauen dann auch nicht in räume die für frauen sind das kann die frauen toilette die damen umkleide oder das frahaus sein. Es können Stipendien für Frauen oder die Olympischen Spiele sein. Doch statt anzuerkennen, dass die Mann-Frau-Einteilung, die wir uns da so schön [27:24] ausgedacht haben, dann offensichtlich nicht funktioniert, einfach weil es mehr als zwei Geschlechter gibt, lehnen sie Transpersonen ab. Warum, Kada? Also für mich gibt es auf jeden Speaker B [27:36] Fall auch Grenzen und da wo es menschenfeindlich wird, dann würde ich auch nicht mehr diskutieren. Bei mir ist es mit J.K. Rowling, was für mich ein großes Idol lange Zeit war. Die Harry Potter Welt war für mich eine total tolle Welt und zu lesen, wie sie eben sich transfeindlich, öffentlich transfeindlich äußert, wie sie das verargumentiert, dann hat sie einen ellenlangen Blogtext geschrieben, den ich auch komplett gelesen habe, [27:59] auch genau wie du dieses Bedürfnis hatte zu verstehen, was passiert in ihrem Kopf? Wie denkt sie? Weil J.K. Rowling für mich nach wie vor kann kein schlechter Mensch sein. Sie hat irgendeine Gedankenverschaltung, die ich nicht so ganz nachvollziehen kann, die sie dazu bringt, transfeindlich zu sein. Wahrscheinlich ist es Angst. Also ich habe so die Vermutung, dass es bei ihr sehr viel mit Angst zu tun hat. [28:23] Eigene Gewalterfahrung und irgendwie, ja, glaube ich, dass das eh bei vielen so ganz radikalen Feministinnen so ein bisschen die Ursache sein könnte. Angst vor Männern und Angst vor, ja, wie nenne ich das, ja, vor Gewalt letztendlich, die auf verschiedensten Weisen natürlich daherkommen kann. Auch bei Alice Schwarzer. Ich habe immer bei Alice Schwarzer das Gefühl gehabt, dass ihr wirklich die, [28:49] ich nenne es mal die Sache der Frauen, ein großes Herzensanliegen ist und dass sie immer auf der Seite der Frauen ist und dabei halt manchmal übers Ziel hinausschießt in der Art und Weise, wie sie Feinde sieht oder mögliche Feinde oder Bedrohungen für Frauen und dann versucht eben sich dagegen zu wehren. Also ich glaube ganz oft ist es gar nicht so, das sind jetzt schlechte Menschen, sondern irgendwelche Ängste, irrationale Ängste. Jetzt hier in der Corona-Krise sieht man das ja auch, wie wahnsinnig gut bestimmte Gruppen auch mit den Ängsten von anderen Gruppen spielen können. Speaker A [29:26] Voll! Angst kann einen völlig ballerballer machen. Als Ausrede oder gar Verteidigung ist das aber nicht zu verstehen. Es gibt so eine schön übersichtliche englische Broschüre von Anne Pasley, die die Logik von TERFs auseinander nimmt. Die findest du auch in den Shownotes. Dort schreibt Anne, dass TERFs erstens daran festhalten, dass Frauen die Unterdrückten [29:47] und Männer die Unterdrücker sind. Wenn die Geschlechter plötzlich fließend sind, geht diese einfache Logik von Mann-Frau-Ich-mehr-auf. Es gibt schon immer mehr S2-Geschlechter und Machtdynamiken sind auch ein bisschen komplizierter, als alle Männer unterdrücken alle Frauen. TERFs stellen zweitens oft ihre eigenen Erfahrungen in den Mittelpunkt. [30:13] Zum Beispiel, dass sie traumatisiert sind und nun Angst haben, dass Transfrauen sichere Räume für Frauen unsicher machen. Wenn TERFs zum Beispiel Gewalt durch Männer erlebt haben, haben sie Angst, dass das nochmal passiert. Wenn dann Transfrauen, die für TERFs nach wie vor Männer sind, auf die Damentoilette gehen, dann erwarten TERFs ja was eigentlich. Was genau haben Transfrauen mit den [30:40] gewalttätigen Männern von irgendwann zu tun? Wo sind denn die alarmierenden Zahlen zu Übergriffen auf Toiletten durch Transpersonen? Laut einer US-Studie, die ich in den Shownotes verlinke, passiert das super selten. Übrigens haben Turfs selten Beweise für ihre Behauptungen. Das ist auch J.K. Rowlings Essay anzusehen, der viele Behauptungen hat, aber keine einzige Quelle aufführt. Speaker B [31:04] Das ist so ein ganz komplexes Ding. Und so ist es halt. Also wir können J.K. Rowling so wahrscheinlich erstmal nicht retten schon gar nicht als ich dann gesehen habe wie der rest der welt auf sie einschießt also das ist dann halt wirklich auch diese schatten seiten wie viel hass sie bekommen hat öffentlich auf twitter von trans menschen die wirklich auch wirklich hasserfüllte [31:27] nachrichten geschrieben haben wo ich gedacht habe krass krass also wenn jemand so schreiben würde würde ich auch komplett zu machen ich fürchte dies erstmal für die nächsten Jahre verloren, einfach weil sie auch dann nochmal zusätzlich zu ihrer schon vorhandenen Angst so viel Hass obendrauf gekriegt hat. Das wird jetzt erstmal nicht viel möglich sein zu verändern. Aber ich glaube daran, dass sozusagen die gesellschaftliche Debatte, das sehe ich, die ist enorm nach vorne gegangen. [31:53] Gerade was Transrechte angeht oder wenn wir über Black Lives Matter sprechen oder wenn wir über Sexarbeit erinnern. Also da ist so sehr, sehr viel passiert in den Debatten. Speaker A [32:06] Und mit dem Stichwort Black Lives Matter sind wir auch schon bei dem Punkt, wonach sich Feminismen ebenfalls unterscheiden. Wie intersektional wird gedacht? Denkst du an gleiche Rechte für alle Menschen? Erreicht es dann, nur Sexismus zu bekämpfen? Oder muss da noch mehr getan werden? Und wenn du dich jetzt fragst, was war nochmal diese Intersektionalität? Dann hör nochmal in die sechste Podcast-Folge rein. Da erkläre ich es ausführlich. Zumindest hättest du jetzt am Ende von diesem zweiten Teil von Feministisch Streiten die Gelegenheit dazu. Im kommenden dritten Teil der 17. Folge spreche ich mit Anti-Rassismus-Trainerin Topoka Oguete über Intersektionalität und weißen Feminismus. [32:56] ihren Produktionssupport. Nuss die Pause auch gern für die Unterstützung deiner Art, sei es mit Cash oder Liebe, geht auch beides. Ansonsten bis gleich bei Folge 17, Teil 3 mit Topoka Ogete. Tschüss!